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Thema: Betreuungsgeld!

  1. #51

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    Standard Wow!

    @casbas: Respekt - das ist glaube ich wirklich nicht leicht unter einen Hut zu bekommen ...

    Ich muss jetzt auch noch mal was loswerden:

    Zum einen kann ich solche Zusätze wie "gerade wenn man studiert hat" ehrlich gesagt auch langsam nicht mehr hören. Ich habe NICHT studiert und habe auch einen super tollen, sehr anspruchsvollen Job gehabt, den ich mir AUCH hart erarbeiten musste, für den ich auch einige, zum Teil sehr teure Schulungen bekommen habe und gemacht habe und für den ich auch was leisten musste. Also auch Frauen, die NICHT studiert haben, haben durchaus was zu "verlieren" im Berufsleben, da ich in meinem ursprünglichen Job überhaupt keine Chance mehr hätte reinzukommen und ich auch im Laufe der Jahre einfach viel an Wissen verloren habe. Noch dazu hatte ich einen Beruf der sehr von der Männerwelt dominiert ist, so dass meine Chancen noch geringer sind jetzt wieder da einzusteigen, wo ich gestoppt habe.

    Manchmal hört sich das so an, als ob es nur für Frauen, die studiert haben wichtig ist so schnell wie möglich wieder in ihren Beruf zurück zu kommen und es für alle anderen weniger wichtig wäre.

    Was mich aber wirklich ärgert (hatte ich glaube ich auch schon mal erwähnt) sind diese Mütter, die Kinder wollen und bekommen und sich dann hinstehen: "Ich möchte jetzt wieder arbeiten (denn ich habe studiert) und jetzt sorgt mal alle dafür, dass mein Kind irgendwo versorgt wird". Hallo? Da muss ich mich halt dann vorher informieren, wie ich alles unter einen Hut bekommen kann, wenn ich schon studieren muss, arbeiten gehen will, Haus mit Garten haben will und Kinder haben will.

    Wegen ob Kinder uns Eltern brauchen: soziale Kontakte tun bestimmt gut. Aber wenn ich mich so zurückerinnere - gerade an das 1. Jahr jeweils. Ich habe es beim ersten Kind nach 3 Monaten wieder versucht ins Berufsleben zurückzukommen und hatte auch super Vorraussetzungen. Aber mein Großer war weder der beste Schläfer noch das ruhigste Kind. Ich habe mich selber fast fertig gemacht, weil ich müde war, zwischen Kind und beruflicher Verantwortung hin und her gerissen war. Ich war unausgeglichen, ständig auf Hochtouren und habe weder das eine noch das andere genossen. Da wäre es natürlich super gewesen mir eine Tagesmutter zu suchen, und nach einer weiteren durchmachten Nacht einfach den Schreihals ihr in die Hand zu drücken und zu sagen "tschüss bis heute Abend". Aber ich hätte ich mich dann nicht vor meiner Verantwortung gedrückt? Wäre ich dann nicht davongelaufen?
    Ausserdem hätte ich bei meinen Kindern sehr sehr viel verpasst und versäumt, wenn ich wirklich jeden Tag bis nachmittags in der Arbeit gewesen wäre. Viele Höhen und Tiefen der Kinder, die ich im Nachhinein keinem anderen Menschen "gegönnt" hätte und die aus meiner Sicht für meine Kinder auch wichtig waren, dass sie sie mir mir oder dem Papa teilen können (weiss nicht wie ich es ausdrücken soll - ich hoffe man versteht was ich meine). Mit diesen Höhen und Tiefen bin ich mit meinen Kinder gewachsen und habe gelernt sie zu verstehen. Ich habe die Zeit genossen, und das kann mir keiner mehr nehmen und ich bereue keine Minute und ich bereue nicht einmal meinen Job, den ich geopfert habe. Ich bin momentan mit einem Minijob total glücklich und sobald ich das Gefühl habe meine Kinder sind soweit, dass ich wieder einen Beruf suchen kann, der mich ausfüllt und ich nicht mehr in die Zwickmühle Kinder/Arbeit komme werde ich das auch machen. Und ich bin mir sicher - ich werde wieder was finden, was mir Spass macht.

    Wegen anderen Herausforderungen: ich weiss nicht, ob 1 oder 2 Kinder nicht schon genug Herausforderung sind. Was braucht Mutter denn am Anfang NOCH mehr an Herausforderungen? Kinder können unglaublich anstrengend sein. Das geht vom ständigen Weinen bis zu 100000 x Warum? Das Kind hört nicht, wenn man was sagt und wirft sich auf den Boden wenn man Nein sagt. Sie heulen weil sie hinfallen oder weil was nicht klappt. Schlafen nicht, wenn man seine Ruhe haben will. Da ist Arbeiten doch manchmal echt entspannend. Also die Gespräche in der Kaffeeküche waren schon toll und sich einfach mal wieder eine zeitlang auf etwas voll und ganz konzentrieren zu können. Aber muss ich das alles schon wieder haben kurz nachdem die Kleinen auf der Welt sind? Möchte nicht ich meinen Kinder auch noch was beibringen, muss ich das echt alles den Erzieherinnen überlassen? Die aus meiner Sicht meistens nicht alle hochmotiviert und individuell auf alle Kinder eingehen wollen oder können? (Erzieherinnen machen meistens einen tollen Job - die möchte ich nicht angreifen - aber ich hoffe auch wieder ihr versteht was ich meine).


    Vielleicht sollten wir uns dann mal eine solche Zukunft überlegen: Kinder werden irgendwie in Gebärrobotern erzeugt, dann irgendwie einheitlich aufgezogen und abends kann ich dann ein Kind abholen wonach mir gerade ist: heute mag ich mal ein Kind, das Lust hat auf was zu lernen, heute mag ich ein Baby zum schmusen und morgen möchte ich ein Kind das gerne schwimmen geht. Hmmmm ...

    Und übrigends: auch Kinder, die nicht in Krippen betreut werden haben soziale Kontakte - die werden ja nicht zuhause weggesperrt. Es gibt Mutter-Kind-Gruppen (jaaa, die sind tatsächlich für soziale Kontakte erfunden worden und nciht als Kaffeeklatsch für Mutter was unter den arbeitdenden Müttern ja oft behauptet wird). Es gibt Babyschwimmen (das übrigends super für die Abwehrkräfte und die Motorik ist). Es gibt Musik. Früherziehung (die übrigends auch von Vorteil für die Entwicklung des Kindes ist), usw. usw. - das ganze, das von vielen arbeitenden Müttern als lustiger Zeitvertreib angesehen wird hat auch durchaus Vorteile und ist nicht nur als Ratschort für Mütter gedacht. Man könnte es ja auch als individuelle Förderung beschreiben
    Werden Kinder nicht auch vielleicht in ein soziales Umfeld reingepresst und sie wollen da vielleicht gar nicht hin? Ich denke da z.B. nur an ein paar Klassenkameraden meiner Tochter, die gerne mal was mit dem einen oder anderen Kind machen möchten, aber nicht können, weil die eine oder andere Mama keine Zeit hat was auszumachen?

    Ich persönlich finde übrigends auch, dass die Kinder in den letzten Jahren immer antiautoriäterer erzogen werden. Ich sehe immer öfter Kinder, die anderen bewusst was kaputt machen und keine Mama schimpft oder erklärt. Kinder, die sich nicht an Regeln halten können. Vielleicht hängt das auch mit der Entwicklung zusammen, dass Eltern sich immer weniger Zeit für ihre Kinder nehmen. Und wenn man dann mal was mit ihnen zusammen macht dann kann man ja auch nicht schimpfen, weil dann mag einen das Kind ja vielleicht nicht mehr. Also verwöhnt man es und sieht über machnes hinweg.

    Ich finde es halt schade, dass man sich nicht einmal mehr Zeit für seine Kinder nehmen kann und manchmal auch will. Sie schenken uns so eine grenzenlose Liebe und wir schieben sie manchmal wie einen Geschäftstermin in unser Leben rein. Dann stehen sie einem beim Beruf im Weg und wenn sie dann Probleme haben sind sie auch noch unangenehm.

    Ich persönlich hätte dann doch ganz gerne, dass meine Kinder noch ein bischen Persönlichkeit und Lebensansicht von MIR haben und keinen Einheitsbrei einer Krippe ...

    Und ich glaube, dass wir die Rechnung, wenn wir uns zu wenig oder nur so nebenbei um unsere Kinder kümmern, erst in einigen Jahren präsentiert bekommen. Und ich glaube, dass diese Rechnung ziemlich teuer wird ...

  2. #52

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    Liebe Schildi,

    vielen Dank für deinen langen Beitrag. Ich muss Dir ja im Prinzip in allem recht geben! Es ist doch nur so, dass viele Frauen es sich gar nicht leisten können, drei Jahre bei ihren Kindern zu bleiben - weil der Mann nicht genügend verdient und man eben einen gewissen Lebensstandard aufrecht erhalten möchte - gerade in Großstädten müssen da beide arbeiten, ob sie es wollen oder nicht. Es ist völlig egal, ob die Frauen studiert haben oder nicht, da hast du völlig recht - ein Leben mit Beruf und Familie ist immer ein Spagat, egal mit welcher Ausbildung.

    Aber nochmal zum Betreuungsgeld: Glaubt Ihr, dass das eine Lösung sein kann in Hinblick auf die gesellschaftliche Anerkennung der Mütter? Oder ist das gar nur für die Kinder gemacht? Frau Dorothee Bär von der CSU plädiert für das Betreuungsgeld (so habe ich sie verstanden) - weil die Liebe und Zuneigung der Eltern am Anfang das Wichtigste ist. Aber wie schafft sie das selbst? Sie hat einen wichtigen politischen Posten und ist hochschwanger mit dem dritten Kind....sind Tagesmütter, die dann oft zum Einsatz kommen, etwa liebevoller als Erzieherinnen in einer Kita? Und wo ist eigentlich das Baby von Frau Schröder, wenn sie als Familienministerin unterwegs ist und fürs Betreuungsgeld plädiert?

  3. #53

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    @christin@: Hätte ja nicht gedacht, dass diesen Kurzroman auch tatsächlich jemand liest - da muss ich dir ja schon dafür danken

    Nur dass da nichts missverstanden wird: ich habe keine Vorurteile in beide Richtungen (also weder für die Berufstätigen noch für die Hausfrauen). Bin mir sicher jeder hat seine Gründe dafür. Ich weiss durchaus, welcher Luxus es ist die Möglichkeit zu haben zu Hause zu bleiben und ich kenne z.B. mehr als genug Alleinerziehende und ärmere Familien und weiss und bewundere, was diese Frauen leisten (und wie oft sie es bedauern nicht bei ihren Kindern sein zu können - sich also auch noch mit der Unzufriedenheit auseinandersetzen müssen). Nur gewisse Floskeln kann ich einfach nicht mehr hören, finde ich manchmal auch ziemlich überheblich und ungerecht und jetzt höre ich auch schon auf mit dem Thema

    Wg. Betreuungsgeld: ich finde schon auch, dass man es lieber "Schweigegeld" nennen sollte, weil einfach die geforderten Krippenplätze einfach nicht zum beschlossenen Termin vorhanden sind. Aber was bringt es, dass man das Geld dann so "zum Fenster rauswirft". Sinnvoller fände ich es diesen Menschen oder Einrichtungen zu geben, die immer öfter und immer mehr die sehr wichtige und sensible Aufgaben der Kindererziehung in wichtigen Jahren übernehmen müssen, also z.B. die Erziehung von unter 3-jährigen. Es bedeutet einfach mehr Aufwand Kinder zu wickeln, die Entwicklungsschritte zu beobachten und zu kontrollieren und sich mit diesen kleinen und sensiblen Seelen zu beschäftigen. Und DIESE Menschen werden wie ich finde nicht ihrer Leistung nach bezahlt. Kein Wunder also, dass sie irgendwann auch resignieren. Dabei gehören sie motiviert.

    Und auch wenn ich jetzt vielleicht vom Thema abschweife: ich kenne z.B. kleine Dorf-Grundschulen, die in manchen Jahren kurz vor dem Aus der Mittagsbetreuung für die Schulkinder stehen, da sie 1-2 Kinder zu wenig haben als vom Ministerium als Mindestanzahl vorgeschrieben, obwohl die Anzahl der Schüler in der Mittagsbetreuung teilweise trotzdem 15-20% sind. Ist die Anzahl zu gering gibt es keine Zuschüsse vom Staat (die zwar lächerlich gering, aber für die Gemeinden einfach wichtig sind) und dann ist die Frage wie man das ganze finanziert. Und dann muss ich sagen - solange es solche allgemeinen Defizite in der Kinderbetreuung gibt hat die Regierung kein Recht das gar nicht vorhandene Geld zum Fenster rauszuwerfen. Aber wie du auch sagst - die Politikerinnen, die das ganze ja so toll finden haben aus meiner Sicht gar keinen Sinn mehr für einen 0815-Familienalltag und deswegen kommen glaube ich auch solche Ideen zustande, da sie wahrscheinlich denken, dass jeder doch mit Geld bestechlich sein muss. War das jetzt böse? Habe übrigends schon gehört, dass Gemeinden/Städte den Müttern, die ihre Kinder nicht in eine Krippe geben zusätzlich zum Betreuungsgeld noch mal einen Betrag auszahlen würden (ich meine es waren irgendwas zwischen 100 und 150 € zusätzlich). Das finde ich dann ja schon den Hammer. Könnte auch einen Zuschuss für die Ausflüge (denke da nur an Winterlager und Schullandheime) und Schulmaterialien gebrauchen ....

    Krippe oder Tagesmutter: wenn ich so überlege würde ich mich glaube ich für eine Tagesmutter entscheiden (wenn ich das Geld hätte und frei wählen könnte ). Vielleicht mit 1-3 anderen Kindern zusammen, dass einfach eine kleinere und individuellere Betreuung möglich wäre und die Kinder ja dann in Familienähnlichen Verhältnissen aufwachsen. Also für die Zeit, bis sie im normalen Kindergartenalter sind. Weiss nicht ob rüber kommt was ich meine.

  4. #54

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    Standard Nur die Liebe zählt...;-)

    Guten Morgen, Schildi!

    es kommt gut rüber, was du meinst. Ich bin irgendwie halt so "Krippen-positiv" eingestellt, weil ich bei meinen drei Töchtern immer totales Glück hatte in der Betreuung - sie waren mit unter drei Jahren in einer Einrichtung - und natürlich habe ich keinen Vergleich - aber sie haben sich prima entwickelt. In diesen Gruppen waren 12 Kinder und 3 Erzieherinnen, das fand ich gut - meine Kinder sind auch gerne hin - sonst wäre es mir freilich schwer gefallen. Ich weiß, dass ich manchmal schief angeschaut werde, wenn ich das erzähle: einerseits, weil ich überhaupt Plätze in einer Krippe bekommen habe, andererseits, weil ich meine Kleinen eben so früh "abgegeben" habe. Ich habe bei diesem Thema auch immer wieder das Gefühl, dass nicht nur die Politik reagieren muss mit stimmigeren Lösungen als viel mehr wir Mütter untereinander toleranter werden müssen. Ich kenne ja diese Gedanken selbst machmal, wenn eine berufstätige Mutter ihr Kind auf den allerletzten Drücker abholt, dann denke ich auch, ginge das nicht bisschen früher (ich konnte wenigestens den vollen Nachmittag mit meinen Kleinen genießen...). Nun ja, letztlich ist es doch die Liebe, die zählt - und die ist doch bei allen Mamas gleich, oder? (Oh, jetzt werde ich aber theatralisch :-) Bis bald!

  5. #55

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    Ich muß euch jetzt mal von einem Beispiel aus unserem Ort berichten, da wäre das Betreuungsgeld echt angebracht.
    Ein Mädchen aus unserer Krabbelgruppe "mußte" jetzt mit 18 Monaten in eine Kindertagesstätte, weil die Mama bei einem Lebensmitteldiscounter einen 400€ Job an der Kasse hat. Die Familie mußte sich ein 2. Auto kaufen, damit die Mama auch zur Arbeit kommt die die Kleine zur Krippe fahren kann. Da kann man sich ja ausrechnen was von den 400 € übrig bleibt!!! Hier fände ich das Betreuungsgeld echt angebracht, da ich echt erstaunt war, was die Familie auf sich nimmt um ein paar Euros mehr zu haben.

    Da ich mir ja den "Luxus" leiste erstmal daheim zu bleiben möchte ich aber jetzt auch mal was dazu sagen. Wir fahren in diesen Jahren halt nicht so üppig in den Urlaub bzw. gar nicht (nur mal Freizeitparks usw.) und fahren 2 ältere Autos, da einfach mein Einkommen fehlt. Was ich überhaupt nicht mehr hören kann, ist dieses "was ihr könnt es euch leisten - das du nicht arbeitest". Dafür stecken wir halt an anderen Stellen zurück, da ist mir die Elternzeit einfach zu wichtig.

    @schildi
    Ich kann und muß deine Beiträge voll unterschrieben. Ich schreibe immer so aus dem Gedanken heraus, da fehlen manchmal einfach wichtige Teile
    Geändert von luckykerstin (26.07.2012 um 10:04 Uhr)

  6. #56

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    Hallo da möchte ich mich doch mal in die Diskussion mit einklinken.
    Ich kann luckykerstin und schildi voll Recht geben.

    Ich selber bin Tagesmutter und bin sozusagen ja auf die unter Dreijährigen angewiesen. Und genau da befinde ich mich immer im Zwiespalt. Auf der einen Seite liebe ich es für die ganz Kleinen unter uns da zu sein und sie in den ersten beiden Jahren (also zw. 1. und 3. Lebensjahr) zu begleiten. Aber tief im Herzen spüre ich eigentlich, dass ich die falsche Person bin, die die Kinder brauchen. Die Mäuse sollten meiner Meinung nach bei ihren ersten wichtigsten Bindungspersonen sein, nämlich Mama und/ oder Papa. Obwohl ja der Schlüssel von max. 1:4 oder 5, recht gut ist.

    Sehr oft lerne ich Familien kennen, die ihr Kind wirklich über alles lieben und mir sagen aus finanziellen Gründen wieder arbeiten gehen zu müssen. Aber sehr viele dieser Familien fahren ebend mind. 2 mal jährlich in teure Urlaube und fahren gute Autos. Sie können halt ihren jetzigen Lebensstandart mit nur einem Gehalt so nicht aufrecht erhalten. Ich denke, da könnten sie doch wie luckykerstin schon schrieb etwas für ihr Kind zurückstecken.

    Ich hoffe ihr versteht mich jetzt nicht falsch. Natürlich gibt es auch Familien, die wirklich wenig Geld haben und auf beide Gehälter angewiesen sind und dann trotzdem einen Vollerlass fürs Betreuungsentgelt vom Jugendamt bekommen. Aber irgendwie sind sie aus meiner Erfahrung heraus in der Unterzahl. Und gerade diesen Familien helfe ich wirklich gern. Aber wenn ich spüre, dass es nur um eine gewisse Selbstverwirklichung der Mütter (manchmal werden sie aber auch von ihren Partner getrieben) geht, habe ich als Tagesmutter fast ein schlechtes Gewissen.

    Und um nochmal zum eigentlichen Thema zurück zu kommen. Ich wage zu bezweifeln ob da 100 oder 150 Euro an der Entscheidung ob Fremdbetreuung oder zu Hause bleiben einen wirklichen Enfluss haben.

  7. #57

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    Danke schildi, für Deine Beiträge! Du sprichst mir aus der Seele.

    luckykerstin, Dir schließe ich mich auch an:
    Ich habe meine Stelle bewusst und auch mit weinendem Auge für die Kinder aufgegeben, die wirklich richtig für mich war, und in der ich auch ohne Studium die Menschen studiert habe und mehr Praktisches tun konnte als nach ellenlangem Studium. (Ich meine, wir haben beide den selben Beruf ). Nun leben wir den Spagat zwischen dem "Luxus", dass ich bei den Kindern zu Hause zu bin und so mein Gehalt fehlt, und dem Auskommen mit dem einen Gehalt meines Mannes, was sich auch in der Urlaubsplanung und einem gebrauchten, aber für uns perfekten Auto bemerkbar macht. Und z.B. in der Überlegung, ob ich dieses Jahr wieder zum Familienkongress fahre oder erst zum nächsten

    Trotzdem ist es so für uns genau richtig und ich bin froh, soviel von unseren Kindern selber mitbekommen zu haben. Auch Geschwisterstreit und das ständige wieder-Versöhnen-Üben , wobei ich immer wieder denke, da bleibt Berufstätigen auch viel erspart. Aber es sind unsere Kinder, und das stehen wir zusammen durch. Der Erfolg der in der Schule bescheinigten hervorragenden sozialen Kompetenzen gibt uns recht.

    Ob ich mit Betreuungsgeld mehr Anerkennung bekommen hätte? Ich glaube nicht. Wobei uns das bayerische Erziehungsgeld (oder wie das damals hieß) schon gewaltig geholfen hat.
    Ich befürchte, das Betreuungsgeld ist hauptsächlich der Versuch der Regierung, sich aus der Pflicht zum versprochenen Kindergartenplatzanspruch rauszukaufen. Und auch wenn unsere Kinder erst ab 4 im Kindergarten waren, und ich auch gerne Betreuungsgeld bekommen hätte, befürworte ich inzwischen den Ausbau der Kindertageseinrichtigen für die Kinder, die dort besser aufgehoben sind als bei den eigenen Eltern und ein faires Gehalt und faire Arbeitsbedingungen für das Personal. Und der Lehrer bzw. für mehr/ausreichend Lehrer
    Liebe Grüße aus München !


  8. #58

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    Idee Individuelle Entscheidung

    Ich finde die ganzen Diskussion sehr interessant. ZUm einen, weil ich selbst berufstätige Mutter bin und 30 Stunden die Woche arbeite und zum anderen, weil ich ausgerechnet eine Krabbelstube leite und die Bedingungen für Eltern, Kinder und Erzieherinnen leider immer schlechter werden. Hessen plant ein neues Kinderförderungsgesetz und dagegen muss man sich wehren. Um einen Rechtsanspruch überhaupt realisieren zu können, werden die Gruppen (noch) größer und das Personal kann (vorausgesetzt das Gesetz geht durch) durch fachfremde Personen aus dem In- und Ausland ergänzt bzw. ersetzt werden. Außerdem fällt die bisher gültige Mindestverordnung weg und es gibt nur noch Faktoren, die die nötige Anzahl an Betreuerinnen pro Kinderzahl regeln. Was das bedeutet, ist klar; alle dürfen Kinder betreuen, Gruppengröße steigt, Qualität leidet. Es ist sehr bedauerlich in welche Richtung sich das entwickelt hat. Meine beiden Töchter wurden sehr gut betreut, aber ich kann derzeit wirklich nur raten, sich genau umzusehen, wie die Einrichtung arbeitet.
    Ich selbst werde allerdings bei meinem nächsten Kind (so Gott will) drei ganze Jahre zuhause bleiben. Ich weiß schon, dass mir das ein bisschen schwer fallen wird, da ich gerne arbeite.
    Ich finde es noch sehr wichtig, dass Mütter tolerant werden untereinander; es gibt nicht nur schwarz und weiss. Es gibt heutzutage viele viele Möglichkeiten Familie und Beruf unter einen Hut zubringen, was bei einer passt, geht bei einer anderen garnicht. Das Betreuungsgeld ist jedenfalls kein finanzieller Anreiz zu Hause zu bleiben. Ganz nett, aber ehrlich gesagt, verdienen würde ich deutlich mehr (auch nach Abzug der Betreuungskosten). Diese Entscheidung muss man wohl eher aus dem Herzen heraus treffen für sich selbst und für seine Familie.

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